1A-Abriss Entkernung in Hannover
Abriss Hannover Team

1A Entkernung aus Hannover

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Es gibt in jedem Sanierungsprojekt einen Moment, den Bauherren nie vergessen. Das Gebäude ist leer. Keine Tapete, kein Estrich, keine Zwischenwand. Nur Beton, Mauerwerk und Licht, das plötzlich durch drei Räume gleichzeitig fällt. Erst da sieht man, was man da eigentlich gekauft hat. Bis zu diesem Punkt zu kommen, ist unsere Arbeit.

1A Abriss übernimmt Entkernungen in Hannover, von der einzelnen Wohnung im Altbau bis zur mehrgeschossigen Bürofläche und der Werkshalle im Gewerbegebiet. Wir holen alles heraus, was für die künftige Nutzung nicht mehr gebraucht wird, und lassen stehen, was trägt und dichtet.

Entkernen ist kein Abriss, auch wenn beides staubt. Beim Abriss ist die Frage, wie das Gebäude am schnellsten verschwindet. Beim Entkernen ist die Frage, wie viel Substanz Sie am Ende in der Hand halten, um darauf weiterzubauen. Jede Wand, die zu viel fällt, muss später jemand neu hochziehen. Auf Ihre Rechnung.

Deshalb wird bei uns vorher festgelegt, wo die Grenze verläuft, und zwar schriftlich.

Abriss Hannover Team
Entkernung Hannover
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Was aus einem Gebäude alles herauskommt

Wer noch nie eine Entkernung gesehen hat, unterschätzt die Menge fast immer. Eine durchschnittliche Dreizimmerwohnung liefert mehrere Tonnen Material. Bei einer Büroetage kommen schnell zwei Dutzend Container zusammen.

Herausgeholt wird alles, was nicht zur Konstruktion gehört:

Bodenbeläge samt Kleber, Estrich und Trittschalldämmung. Nichttragende Innenwände, ob gemauert oder in Trockenbau. Abgehängte Decken, Deckensegel, Deckenverkleidungen. Türen, Zargen, Fenster, Rollladenkästen. Wandfliesen, Putz, Tapeten, Wandverkleidungen. Sanitärobjekte, Küchen, Einbauschränke, Theken, Ladenbau. Heizkörper, Rohrleitungen, Elektroinstallation, Lüftungs- und Klimatechnik. Dämmungen im Innenbereich. Bei gewerblichen Objekten dazu Doppelböden, Kabeltrassen, Serverraumtechnik und alles, was in dreißig Jahren Nutzung nachträglich eingebaut wurde.

Stehen bleiben Tragwerk, Geschossdecken, Außenwände, Treppenhauskern und Dach. Bei einer Teilentkernung fällt die Liste kürzer aus, weil nur bestimmte Bereiche freigelegt werden.

Und dann gibt es die Grauzone. Der halbhohe Mauervorsprung, von dem niemand genau weiß, ob er trägt. Der Schornsteinzug, der nicht mehr genutzt wird, aber im Grundriss steht. Solche Punkte klären wir vor Beginn mit Ihnen oder mit dem Statiker, nicht am Tag danach.

Hannovers Bestand hat seine Eigenheiten

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Wer hier länger entkernt, erkennt die Baujahre am Material, noch bevor er das Baujahr kennt. Die gründerzeitlichen Häuser in der Nordstadt und in Linden bringen Holzbalkendecken mit, dazu Schlackefüllungen, Lehmputz und Fußböden in vier Schichten übereinander, weil jeder Eigentümer einfach draufgelegt hat. Da wird von Hand gearbeitet, weil man Decken dieser Bauart nicht mit schwerem Gerät beansprucht.

Die Nachkriegs- und Fünfzigerbauten sind meist unkompliziert im Aufbau, dafür steckt in ihnen alles, was die Nachkriegsjahre an Baustoffen hergaben. Bei den Siebziger- und Achtzigerobjekten in der List, in Bothfeld oder in Döhren stößt man dagegen fast zuverlässig auf Floor-Flex-Platten, Teerkleber, Asbestzement in Lüftungsschächten und künstliche Mineralfasern in Zwischendecken.

Bei Gewerbeimmobilien in Vahrenwald, Misburg oder draußen Richtung Langenhagen und Laatzen kommt eine andere Schwierigkeit dazu. Diese Gebäude wurden dreimal umgenutzt, und jede Nutzung hat ihre Installationen hinterlassen. Was auf dem Plan von 1978 steht, hat mit dem Zustand von heute wenig zu tun.

Deshalb ist die Begehung bei einer Entkernung wichtiger als bei jeder anderen Leistung. Wir öffnen an ein paar Stellen gezielt und schauen nach, statt zu raten. Ein Angebot, das ohne diesen Blick entsteht, enthält entweder einen Risikoaufschlag oder einen späteren Nachtrag.

Entkernung Hannover

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Eine Woche auf einer Entkernungsbaustelle

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Damit Sie eine Vorstellung bekommen, wie so etwas praktisch abläuft. Montag früh steht die Baustelleneinrichtung. Bauzaun oder Absperrung, Staubschutztüren, Abklebung der Bereiche, die sauber bleiben müssen, Schuttrutsche oder Bauaufzug am Fenster, der erste Container auf der abgesperrten Fläche. Vorher ist geklärt, dass Strom und Wasser für die Baustelle anliegen und alle übrigen Leitungen tot sind.

Ist im Vorfeld Schadstoffverdacht bestätigt worden, geschieht in den ersten Tagen zunächst nichts anderes als die Sanierung. Asbest und künstliche Mineralfasern kommen unter Schutzmaßnahmen nach TRGS 519 und TRGS 521 heraus, angemeldet und dokumentiert, bevor irgendjemand anderes das Gebäude betritt.

Danach geht es abwärts durch die Schichten. Erst das Lose und Verwertbare, dann Sanitär und Technik, dann Beläge und Decken, zuletzt die nichttragenden Wände. Getrennt wird direkt beim Ausbau, nicht später am Container.

Freitagnachmittag wird gefegt. Ein entkerntes Gebäude, in dem noch Schutt liegt, ist für den nächsten Gewerkeführer wertlos, weil er nicht aufmessen kann.

Bei einer Wohnung sind das ein paar Tage. Bei einer größeren Gewerbefläche mehrere Wochen, meist geschossweise, damit die Abfuhr mit dem Fortschritt Schritt hält.

Unverbindlich Angebot anfragen

Wo bei Entkernungen am meisten Geld verloren geht

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Nicht bei den Arbeitsstunden. Bei den Containern. Ein Container mit gemischtem Bauabfall ist ein Vielfaches dessen wert, was sortenreiner Bauschutt kostet. Wer eine Trockenbauwand samt Dämmung, Kabelresten und Türblatt in einem Rutsch in dieselbe Mulde wirft, produziert Mischabfall und zahlt den Höchstsatz für Material, das getrennt fast nichts gekostet hätte. Bei einer Bürofläche über mehrere Etagen macht diese eine Entscheidung einen erheblichen Unterschied.

Der zweite Verlustpunkt ist die Reihenfolge. Wird nachträglich Asbest gefunden, steht die Baustelle. Nicht für einen Tag, sondern bis die Sanierung geplant, angemeldet und ausgeführt ist. Wer dann schon Handwerker für den Ausbau terminiert hat, sagt eine ganze Kette ab. Deshalb klären wir Schadstoffe vor dem ersten Handgriff und nicht nebenbei.

Der dritte ist der unklare Leistungsumfang. „Alles raus“ bedeutet für Sie vielleicht bis auf den Rohbeton, für den Ausführenden vielleicht bis auf die Wände. Wir schreiben deshalb ins Angebot, was rauskommt und was bleibt, notfalls raumweise.

Zum Abschluss bekommen Sie die Wiegescheine und Entsorgungsnachweise gebündelt. Nicht als Service, sondern weil Sie sie brauchen.

Entkernung Hannover

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Wie werden tragende Bauteile beim selektiven Rückbau erkannt und in der Abbruchplanung berücksichtigt?

„Nicht alles, was lange steht, ist es wert, erhalten zu werden.“

Kontakt zum Entkenen mit 1A Abriss

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Bei einer Entkernung entscheidet sich vieles vorab am Grundriss. Welche Wand raus darf und welche das Gebäude zusammenhält, lässt sich nicht am Telefon klären, und geraten wird hier nicht. Deshalb steht am Anfang immer der Blick ins Objekt. Sagen Sie uns zunächst, um was für ein Gebäude es geht und was danach entstehen soll. Kernsanierung, Umnutzung, neuer Mieter oder vorbereitender Schritt vor dem Abriss führen zu ganz unterschiedlichen Leistungsumfängen. Der gewünschte Endzustand bestimmt, wie weit zurückgebaut wird.

Ebenfalls hilfreich: das Baujahr. Bei Objekten aus den Sechzigern bis Anfang der Neunziger klären wir vor dem Angebot, ob mit Asbest, künstlichen Mineralfasern oder alten Klebern zu rechnen ist. Diese Frage gehört an den Anfang, nicht auf den dritten Baustellentag.

Grundrisse, Fotos der Räume oder ein vorhandenes Schadstoffgutachten schicken Sie am besten vorab per Mail.

info@1A-Abriss.de +49 (0) 511 850 007 94 Kontaktformular
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Bei einer Entkernung in Hannover ist das die Frage, die über alles andere entscheidet. Wird eine tragende Wand für eine Trennwand gehalten, hat das Folgen, die sich nicht mehr korrigieren lassen. Wird umgekehrt jede Wand vorsichtshalber als tragend behandelt, bleibt am Ende ein Gebäude stehen, das für den geplanten Ausbau unbrauchbar ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass Gebäude selten so sind, wie sie einmal gebaut wurden. Vierzig oder achtzig Jahre Nutzung hinterlassen Spuren, die auf keinem Plan stehen.

Warum die ursprüngliche Planung nicht ausreicht

Selbst wenn Bestandsunterlagen vorliegen, beschreiben sie den Zustand bei Errichtung. Was danach passiert ist, steht dort nicht.

Typische Eingriffe, die die Lastabtragung verändern: Ein Deckendurchbruch für eine neue Treppe, bei dem die abgeschnittenen Deckenfelder auf einer vorher nichttragenden Wand aufgelagert wurden. Eine entfernte Wand, deren Last über einen eingezogenen Stahlträger auf benachbarte Wände umgeleitet wurde. Ein nachträglich aufgestockter Dachgeschossausbau, dessen Lasten sich einen neuen Weg gesucht haben. Ein Umbau, bei dem eine tragende Wand geschlitzt und dabei so weit geschwächt wurde, dass sie ihre Last teilweise abgegeben hat.

Umgekehrt gibt es Wände, die im Plan als tragend geführt werden und es faktisch nicht mehr sind, weil die Decke darüber bei einer Sanierung erneuert und anders gespannt wurde.

Für die Entkernung folgt daraus: Die Unterlagen sind ein Ausgangspunkt für die Untersuchung, nicht ihr Ergebnis.

Systemerkennung als erster Schritt

Bevor einzelne Wände beurteilt werden, wird das Tragsystem als Ganzes eingeordnet. Die Bauepoche gibt dabei starke Hinweise.

Gründerzeitliche Wohnhäuser, wie sie in der Nordstadt, in Linden oder in der Oststadt stehen, haben in der Regel tragende Außenwände und tragende Mittelwände, dazwischen Holzbalkendecken, die von Außenwand zu Mittelwand spannen. Die Wohnungstrennwände sind häufig tragend, die Wände innerhalb der Wohnung meist nicht.

Bauten der Fünfziger- und Sechzigerjahre arbeiten überwiegend mit Massivdecken, die über die kurze Achse spannen. Tragend sind dann die Wände quer zur Spannrichtung, üblicherweise die Wohnungstrennwände.

Ab den Siebzigern treten Skelettbauten hinzu, insbesondere im Verwaltungs- und Gewerbebau. Dort tragen Stützen und Unterzüge, sämtliche Innenwände sind Ausfachung und können weitgehend entfernt werden. Die Aussteifung übernehmen Treppenhaus- und Aufzugskerne.

Wer diese Grundmuster kennt, weiß, wo er suchen muss. Der Befund ersetzt die Untersuchung nicht, verkürzt sie aber erheblich.

Merkmale am Bauteil

Bei der Begehung geben mehrere Merkmale Auskunft.

Die Wanddicke. Tragende Mauerwerkswände sind in der Regel deutlich dicker als Trennwände. Werte ab etwa 17,5 Zentimetern deuten auf eine tragende Funktion hin, dünnere Wände sind meist nichttragend. Die Zuordnung ist allerdings nicht zwingend, weil auch dünne Wände Lasten übernehmen können, wenn sie nachträglich beansprucht wurden.

Die Durchgängigkeit über die Geschosse. Eine Wand, die in allen Geschossen an derselben Stelle steht und bis in den Keller reicht, wo sie auf einem Fundament aufsteht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit tragend. Eine Wand, die nur in einem Geschoss vorhanden ist, in der Regel nicht.

Der Verband. Tragende Wände sind in die Außenwände eingebunden, mit verzahnten Steinlagen. Nachträglich eingestellte Trennwände stoßen stumpf an und sind nur über Anschlussanker oder Mörtelfuge verbunden.

Der Anschluss an die Decke. Liegt die Decke auf der Wand auf, ist die Wand tragend. Läuft sie darüber hinweg, ohne aufzulagern, nicht. Der Unterschied lässt sich häufig nur über eine Öffnung im Deckenanschluss feststellen.

Der Klang. Eine hohl klingende Wand deutet auf Leichtbau hin. Das ist ein Hinweis, mehr nicht.

Das Material. Kalksandstein, Vollziegel und Beton sprechen für eine tragende Funktion, Gipsdielen, Bimshohlblock und Trockenbau dagegen. Auch hier gibt es Ausnahmen, insbesondere bei älteren Bauten mit tragendem Leichtbeton.

Untersuchung mit Geräten

Die Merkmalsbetrachtung liefert Verdachtsmomente. Belastbar wird die Aussage über gerätegestützte Untersuchung.

Bewehrungsortung an den Deckenrändern zeigt, in welche Richtung die Haupttragrichtung verläuft. Die tragenden Stäbe liegen quer zur Spannrichtung im Feld unten, über den Auflagern oben. Aus der Bewehrungsführung lässt sich also ablesen, welche Wand als Auflager dient.

Bauteilöffnungen an den Anschlusspunkten legen die Auflagersituation frei. Sie sind der einzige Weg, die Frage endgültig zu klären, und sie werden gezielt an wenigen Stellen ausgeführt statt flächig.

Endoskopie über Bohrungen erlaubt den Blick in Hohlräume, etwa bei abgehängten Decken oder Holzbalkendecken, ohne größere Öffnungen herzustellen.

Radar liefert Hinweise auf verdeckte Bauteile, etwa auf nachträglich eingebaute Stahlträger über einer entfernten Wand. Solche Träger sind ein deutliches Signal: Wo ein Unterzug eingezogen wurde, stand vorher eine tragende Wand, und die Lasten laufen weiterhin durch diesen Bereich.

Bohrkerne geben Aufschluss über Wandaufbau, Materialgüte und tatsächliche Dicke, insbesondere bei verputzten Wänden, deren Rohdicke von außen nicht erkennbar ist.

Spuren früherer Eingriffe finden

Ein eigener Untersuchungsschritt gilt den Umbauten selbst. Sie hinterlassen Spuren, die man kennen muss.

Materialwechsel innerhalb einer Wandfläche zeigen, wo eine Öffnung geschlossen oder eine Wand ergänzt wurde. Unterschiedliche Putzstärken, Risse entlang gerader Linien und abweichende Steinformate sind Hinweise.

Deckenunterseiten mit Rissbildung in einer geraden Linie deuten auf eine darunter entfernte Wand hin, deren Fehlen sich in der Decke abbildet.

Fußbodenaufbauten in unterschiedlichen Höhen zeigen, dass Bereiche zu verschiedenen Zeiten bearbeitet wurden.

Schlitze in tragenden Wänden, insbesondere horizontale, sind ein Warnsignal. Ein horizontaler Schlitz über eine ganze Wandlänge schwächt den Querschnitt erheblich und kann die Tragfähigkeit so weit reduziert haben, dass die Wand ihre Aufgabe nicht mehr in vollem Umfang erfüllt.

Umgang mit Unsicherheit

Trotz aller Untersuchung bleiben bei einer Entkernung im Bestand Restunsicherheiten. Der Umgang damit folgt einem einfachen Grundsatz: Bis zur Klärung gilt eine Wand als tragend.

Praktisch heißt das, dass die Bauteilklassifizierung in vier Kategorien erfolgt: tragend, aussteifend, nichttragend und ungeklärt. Die vierte Kategorie wird wie die erste behandelt, bis sie geklärt ist.

Die Klassifizierung wird planlich dargestellt, üblicherweise farbig im Grundriss, und in der Rückbauanweisung textlich beschrieben. Auf der Baustelle wird sie an den Wänden markiert, damit die Mannschaft nicht auf den Plan angewiesen ist.

Zwingend ist die Begleitung während der Ausführung. Werden beim Entkernen Konstruktionen sichtbar, die von der Annahme abweichen, wird die Arbeit unterbrochen und die Bewertung angepasst. Genau das ist der Regelfall, weil sich vieles erst zeigt, wenn Putz und Verkleidung entfernt sind.

Zusammenwirken der Beteiligten

Die Beurteilung ist keine Leistung des Entkernungsbetriebs allein. Beteiligt sind der Tragwerksplaner, der die statische Bewertung verantwortet, der Objektplaner, der weiß, was danach entstehen soll, und das ausführende Unternehmen, das die praktische Erfahrung einbringt, welche Konstruktionen in welcher Bauepoche zu erwarten sind.

Für den Auftraggeber lohnt es sich, diese Beteiligten früh an einen Tisch zu bringen. Eine Entkernung, bei der der Statiker erst gerufen wird, wenn die Wand schon halb entfernt ist, wird teurer als eine, bei der vorher zwei Stunden gemeinsam über den Grundrissen gesessen wurde.

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Die Frage nach tragenden Wänden ist die bekanntere. Die Frage nach aussteifenden Wänden ist die gefährlichere, weil sie sich der einfachen Prüfung entzieht. Eine Wand, die kaum Vertikallast trägt und deshalb bei einer Belastungsprüfung unauffällig bleibt, kann für die Stabilität des gesamten Gebäudes unverzichtbar sein.

Bei Entkernungen in Hannover, insbesondere bei Kernsanierungen älterer Wohn- und Geschäftshäuser, ist das der Punkt, an dem die Planung am häufigsten zu kurz greift.

Was Aussteifung leistet

Ein Gebäude muss zwei Arten von Lasten abtragen. Vertikallasten aus Eigengewicht, Nutzlast und Schnee laufen über Decken und Wände nach unten. Horizontallasten aus Wind, aus Imperfektionen und gegebenenfalls aus Erdbeben wirken quer und brauchen einen eigenen Weg.

Bei einem Mauerwerksbau funktioniert das über ein Zusammenspiel aus zwei Komponenten.

Die Wandscheiben nehmen Horizontallasten in ihrer Ebene auf und leiten sie nach unten. Eine Wand ist in ihrer Ebene sehr steif, quer dazu dagegen kaum belastbar. Deshalb braucht ein Gebäude Wandscheiben in beiden Hauptrichtungen.

Die Deckenscheiben verteilen die Horizontallasten auf die Wandscheiben. Sie wirken in ihrer Ebene als steife Platte, nehmen den Wind auf, der an der Fassade angreift, und führen ihn zu den aussteifenden Wänden.

Entfällt eines von beidem, funktioniert das System nicht mehr. Ohne Wandscheiben gibt es kein Ziel für die Last, ohne Deckenscheibe keinen Weg dorthin.

Warum die Vertikallast täuscht

Der entscheidende Punkt bei der Beurteilung: Aussteifende Wände tragen nicht zwangsläufig viel Vertikallast.

Eine Wandscheibe, die quer zur Deckenspannrichtung steht, bekommt von der Decke kaum Last ab. Sie trägt im Wesentlichen ihr Eigengewicht. Genau deshalb erscheint sie bei der Betrachtung der Lastabtragung unwichtig, und genau deshalb wird sie bei Entkernungen als Erstes entfernt.

Umgekehrt kann eine Wand, die erhebliche Vertikallast trägt, für die Aussteifung ohne Bedeutung sein, wenn sie in ihrer Ebene zu kurz ist, um als Scheibe zu wirken.

Die Beurteilung erfolgt deshalb getrennt: Lastabtragung und Aussteifung sind zwei Fragen, nicht eine.

Wie die Aussteifung nachgewiesen wird

Der Nachweis erfolgt über die Verteilung der Horizontallast auf die vorhandenen Wandscheiben, üblicherweise nach ihren Steifigkeiten.

Die Steifigkeit einer Wandscheibe hängt stark von ihrer Länge ab. Für eine eingespannte Scheibe gilt näherungsweise

k = 1 / (h³ / (3·E·I) + 1,2·h / (G·A))

wobei der erste Term die Biegeverformung und der zweite die Schubverformung erfasst. Da das Flächenträgheitsmoment einer Wandscheibe mit der dritten Potenz der Länge wächst

I = d · l³ / 12

hängt die Steifigkeit außerordentlich stark von der Wandlänge ab. Eine Wand von vier Metern Länge ist bei gleicher Dicke rund achtmal so steif wie eine von zwei Metern.

Für die Entkernung bedeutet das: Wird eine lange Wandscheibe durch einen Durchbruch in zwei kurze zerlegt, sinkt die Gesamtsteifigkeit dramatisch, obwohl mengenmäßig kaum Mauerwerk entfernt wurde.

Zusätzlich ist die räumliche Anordnung zu betrachten. Fallen die Schwerpunkte von Massen und Steifigkeiten auseinander, entsteht unter Horizontallast eine Verdrehung des Gebäudes um seine Hochachse. Werden bei der Entkernung Wandscheiben einseitig entfernt, kann genau das eintreten, auch wenn die Summe der Steifigkeiten noch ausreichend wäre.

Der kritische Zustand während der Arbeiten

Bei einer Entkernung entstehen Zwischenzustände, die ungünstiger sind als Anfangs- und Endzustand.

Ein häufiges Muster: Zuerst werden alle Innenwände entfernt, weil das schnell geht und Platz schafft. Anschließend soll die neue Ausbaustruktur eingebaut werden. Zwischen beiden Schritten liegt möglicherweise eine Woche, in der das Gebäude ohne die entfernten Scheiben dasteht.

Verschärft wird das dadurch, dass bei einer Entkernung häufig auch die Fenster ausgebaut werden. Die Windangriffsfläche bleibt dabei gleich, tatsächlich steigt sie sogar, weil der Wind nun ins Gebäude eindringt und Innendruck erzeugt. Bei offenen Öffnungen sind Innendruckbeiwerte anzusetzen, die den Gesamtlastfall deutlich verschärfen können.

Kommt Regen dazu, nimmt das Mauerwerk Feuchte auf, was seine Festigkeit und insbesondere die Haftzugfestigkeit der Lagerfugen weiter reduziert.

Der Nachweis ohne Zugfestigkeit

Bei Mauerwerk darf die Zugfestigkeit senkrecht zur Lagerfuge nicht angesetzt werden. Eine Wandscheibe kann Horizontallasten deshalb nur aufnehmen, solange die resultierende Kraft innerhalb eines zulässigen Bereichs der Aufstandsfläche liegt.

Die Ausmitte beträgt

e = M / N

Liegt sie innerhalb des Kernbereichs, also bei e ≤ l/6, bleibt die gesamte Fuge überdrückt. Darüber öffnet sich die Fuge, und die überdrückte Länge reduziert sich auf

c = 3 · (l/2 − e)

Aus diesem Zusammenhang folgt ein wichtiger Punkt für die Entkernung: Die Vertikallast wirkt stabilisierend. Wird eine Wandscheibe durch das Entfernen von Estrich, Innenausbau und Trennwänden entlastet, sinkt N, und bei gleichem Moment steigt die Ausmitte. Die Wand wird also durch die Entkernung nicht nur nicht entlastet, sondern in ihrer Aussteifungsfunktion geschwächt.

Ersatzmaßnahmen

Wo die Aussteifung im Bauzustand nicht ausreicht, wird ersetzt. Mehrere Wege stehen zur Verfügung.

Zeitliche Staffelung. Die einfachste und oft wirksamste Maßnahme. Aussteifende Wände werden nicht gemeinsam, sondern nacheinander entfernt, wobei jeweils erst der Ersatz steht, bevor die nächste fällt. Bei Entkernungen mit anschließendem Neuausbau lässt sich der Ablauf häufig so gliedern, dass gar kein kritischer Zustand entsteht.

Stahlrahmen. Wird eine Wandscheibe entfernt oder durchbrochen, kann ein eingesetzter Rahmen ihre Funktion übernehmen. Er wird kraftschlüssig angeschlossen und muss die geforderte Steifigkeit aufbringen, nicht nur die Festigkeit.

Diagonalverbände. In Feldern, wo der Platz es zulässt, übernehmen Diagonalen die Horizontallast als Normalkraft. Deutlich steifer als jede Biegekonstruktion.

Teilweiser Erhalt. Statt eine Wand vollständig zu entfernen, bleibt ein Wandpfeiler ausreichender Länge stehen, der als Scheibe weiterwirkt. Das verlangt eine frühzeitige Abstimmung mit dem Objektplaner, weil es die spätere Grundrissgestaltung berührt.

Erhalt der Deckenscheibe. Bei Massivdecken ist die Scheibenwirkung normalerweise nicht gefährdet, sofern keine großen Durchbrüche hergestellt werden. Bei Holzbalkendecken ohne Scheibenausbildung ist sie ohnehin fraglich, und bei der Entkernung entfällt möglicherweise ein Dielenbelag, der bisher zur Scheibenwirkung beigetragen hat.

Abspannung nach außen. Bei freistehenden Gebäuden möglich, in geschlossener Bebauung selten praktikabel.

Bemessung und Überwachung

Die Ersatzmaßnahme wird bemessen auf die Windlast im Bauzustand einschließlich Innendruck bei geöffneten Fassaden, zuzüglich der Ersatzlasten aus Imperfektionen.

Nachzuweisen sind sowohl Festigkeit als auch Steifigkeit, wobei die Steifigkeitsbedingung bei Aussteifungskonstruktionen regelmäßig maßgebend ist. Der Anschluss an den Bestand ist gesondert nachzuweisen, mit Auszugsversuchen bei unbekanntem Mauerwerk.

Überwacht wird über Lotmessungen an definierten Punkten, ergänzt um Rissmonitore an vorhandenen und neu auftretenden Rissen. Zunehmende Schiefstellung oder Rissbildung im Bereich der Wandanschlüsse führen zur Unterbrechung.

Bei Entkernungen im Reihenhausbestand oder in geschlossener Blockrandbebauung kommt hinzu, dass die Nachbargebäude über gemeinsame Wände gekoppelt sind. Eine Veränderung der Aussteifung im eigenen Gebäude wirkt dann auf den Nachbarn zurück, und dessen Zustand gehört in die Beweissicherung.

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Bei einer Entkernung verschwindet ein erheblicher Teil des Gewichts, das jahrzehntelang auf den Decken lag. Das klingt nach einer Entlastung und ist es rechnerisch auch. Praktisch entsteht daraus eine Situation, die zwei gegenläufige Effekte verbindet: Das Bauteil wird leichter, und gleichzeitig wird ihm regelmäßig mehr zugemutet als je zuvor.

Bei Entkernungen in Hannover ist die Zwischenlagerung von Abbruchmaterial auf Geschossdecken der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Schäden entstehen. Nicht beim Ausbau selbst, sondern danach.

Was tatsächlich wegfällt

Die ständige Last einer Geschossdecke setzt sich aus dem Eigengewicht der Rohdecke und den Ausbaulasten zusammen. Bei einem üblichen Wohnungsbau der Sechziger- oder Siebzigerjahre verteilt sich das ungefähr so:

Rohdecke aus Stahlbeton, 18 Zentimeter, mit einer Wichte von 25 kN/m³:
g₁ = 0,18 · 25 = 4,50 kN/m²

Fußbodenaufbau mit Zementestrich 5 Zentimeter, Trittschalldämmung, Belag:
g₂ ≈ 1,20 bis 1,50 kN/m²

Deckenputz oder abgehängte Decke:
g₃ ≈ 0,15 bis 0,50 kN/m²

Anteilige leichte Trennwände als Zuschlag:
g₄ ≈ 0,80 bis 1,20 kN/m²

In Summe ergeben sich Ausbaulasten in der Größenordnung von rund 2,0 bis 3,0 kN/m², bei einer Gesamtlast von etwa 6,5 bis 7,5 kN/m². Der Ausbau macht also grob ein Drittel der ständigen Last aus.

Bei Bürogebäuden mit Doppelböden, schweren Trennwandsystemen und abgehängten Decken liegt der Anteil höher, teilweise bei vierzig Prozent und mehr. Bei Altbauten mit dicken Zementestrichen auf Schlackenschüttung kann er ebenfalls erheblich sein, weil Schüttungen mit mehreren Zentimetern Dicke unterschätzte Gewichte mitbringen.

Der rechnerische Effekt

Für die Decke ist die Entlastung günstig. Das Feldmoment sinkt proportional zur Last:

M = q · l² / 8

Bei einer Reduktion der ständigen Last um 2,5 kN/m² und einer Ausgangslast von 7,0 kN/m² fällt die Gesamtlast im entkernten Zustand auf 4,5 kN/m², also auf rund 64 Prozent. Entsprechend sinken Momente und Querkräfte.

Auch die Durchbiegung geht zurück, allerdings nur teilweise. Der elastische Anteil bildet sich zurück, der Kriechanteil dagegen nicht vollständig. Beton kriecht unter Dauerlast, und ein erheblicher Teil dieser Verformung ist irreversibel. Eine Decke, die sich über vierzig Jahre um zwanzig Millimeter durchgebogen hat, federt nach der Entkernung nicht auf null zurück.

Für die Ausbauplanung ist das relevant. Wer nach der Entkernung auf einer alten Decke einen neuen Estrich einbaut und dabei mit ebenen Verhältnissen rechnet, findet häufig eine Durchbiegung vor, die über die Feldlänge mehrere Zentimeter beträgt und ausgeglichen werden muss.

Der Effekt, der in die Gegenrichtung wirkt

So weit die Entlastung. Nun der andere Teil.

Während der Entkernung wird das ausgebaute Material bewegt, und irgendwo muss es zwischenzeitlich liegen. Auf beengten innerstädtischen Grundstücken ohne Aufstellfläche landet es fast zwangsläufig auf der Decke, und zwar konzentriert an einer Stelle, meist in der Nähe des Abwurfschachts oder des Aufzugs.

Die Größenordnung ist beträchtlich. Ein Haufen Bauschutt von einem Meter Höhe erzeugt bei einer Schüttdichte von rund 1,6 t/m³ eine Flächenlast von

q = 1,0 · 16 = 16 kN/m²

Das ist ein Vielfaches der Nutzlast, für die eine Wohnungsdecke bemessen wurde, nämlich üblicherweise 1,5 bis 2,0 kN/m². Selbst wenn man die eingesparte Ausbaulast gegenrechnet, bleibt eine erhebliche Überschreitung.

Bei zwei Metern Schütthöhe, was auf Entkernungsbaustellen durchaus vorkommt, sind es 32 kN/m². Damit ist der Bemessungswert regelmäßig überschritten, und zwar nicht knapp.

Warum die Querkraft zuerst versagt

Bei der Beurteilung solcher Lasten ist nicht das Biegemoment das erste Problem, sondern die Querkraft.

Geschossdecken im Wohnungsbau werden regelmäßig ohne Querkraftbewehrung ausgeführt, weil die Beanspruchung aus gleichmäßig verteilten Nutzlasten gering bleibt. Für Bauteile ohne Bügel gilt

V_Rd,c = [C_Rd,c · k · (100 · ρ_l · f_ck)^(1/3)] · b_w · d

mit dem Maßstabsbeiwert

k = 1 + √(200/d) ≤ 2,0

Bei einer Decke mit d = 155 mm, einem Längsbewehrungsgrad von 0,0034 und C20/25 ergibt sich ein Wert in der Größenordnung von rund 70 kN je Meter Breite, wie ich in anderem Zusammenhang bereits durchgerechnet habe.

Ein Schutthaufen in Auflagernähe erzeugt bei 16 kN/m² und einer Lastbreite von zwei Metern eine Querkraft, die diesem Wert bereits nahekommt. Wird höher geschüttet oder liegt der Haufen direkt an der Wand, ist die Grenze überschritten.

Das Tückische an Querkraftversagen: Es tritt ohne Vorankündigung ein. Biegeversagen kündigt sich durch Rissbildung und zunehmende Durchbiegung an, Querkraftversagen nicht.

Rissbildung als Warnzeichen

Wo Biegung maßgebend ist, gibt es Vorzeichen, und die gehören zur Baustellenbeobachtung.

Risse an der Deckenunterseite in Feldmitte, quer zur Spannrichtung verlaufend, sind Biegerisse. Sie zeigen an, dass die Zugzone gerissen ist, was bei Stahlbeton planmäßig vorkommt, bei zunehmender Breite aber auf Überlastung hindeutet.

Risse über den Auflagern an der Deckenoberseite entstehen aus dem Stützmoment und sind bei Durchlaufsystemen normal, bei Einfeldsystemen ein Warnsignal.

Schrägrisse in Auflagernähe deuten auf Querkraftbeanspruchung hin und sind der ernsteste Befund. Wer sie sieht, räumt den Bereich.

Bei Entkernungen älterer Objekte kommt hinzu, dass Risse auch andere Ursachen haben können, etwa Setzungen oder das Entfernen aussteifender Wände. Die Zuordnung erfordert eine Beurteilung vor Ort.

Wie mit Zwischenlagerung umzugehen ist

Der Grundsatz ist einfach: Abbruchmaterial wird nicht auf Geschossdecken zwischengelagert, es sei denn, es liegt ein rechnerischer Nachweis vor.

Praktisch bedeutet das mehrere Punkte.

Abwurf statt Ansammeln. Das Material wird über Schuttrutschen, Bauaufzüge oder Fensteröffnungen direkt in den Container gefördert. Was die Etage sofort verlässt, belastet sie nicht.

Begrenzte Schütthöhen. Wo Zwischenlagerung unvermeidbar ist, wird eine maximale Höhe festgelegt und markiert. Eine Höhenmarkierung an der Wand ist wirksamer als jede mündliche Anweisung.

Lage über tragenden Achsen. Material wird nicht in Feldmitte gestapelt, sondern über tragenden Wänden oder Unterzügen, wo die Beanspruchung geringer ist.

Verteilung statt Konzentration. Eine gleichmäßig verteilte geringe Last ist weit unproblematischer als ein hoher Haufen an einer Stelle.

Nachweis bei größeren Mengen. Sind größere Zwischenlager erforderlich, etwa bei einer Entkernung, deren Abfuhr nicht mit dem Fortschritt Schritt hält, wird die Decke rechnerisch geprüft und gegebenenfalls im darunterliegenden Geschoss abgestützt.

Weitere Lasten aus dem Baubetrieb

Neben dem Material sind weitere Lasten zu berücksichtigen, die auf Entkernungsbaustellen vorkommen.

Kompaktbagger und Minidumper werden bei größeren Entkernungen eingesetzt und in die Etagen gehoben. Ein Kompaktgerät von fünf Tonnen erzeugt konzentrierte Lasten, die eine Lastverteilungskonstruktion erfordern.

Materialtransport mit Radladern innerhalb der Etage bringt zusätzlich dynamische Anteile ein.

Gerüste und Traggerüste, die von einer Decke aus aufgestellt werden, leiten ihre Lasten punktuell ein.

Bei all dem gilt: Der Nachweis wird für den ungünstigsten Zustand geführt, und die Freigabe erfolgt schriftlich vor Beginn.

Bezug zur Planung

Für den Auftraggeber ist der Zusammenhang häufig überraschend. Eine Entkernung, die auf den ersten Blick eine reine Ausbauleistung ist, berührt die Statik gleich mehrfach: bei der Frage nach tragenden Wänden, bei der Aussteifung und bei den Lasten während der Ausführung.

Wo diese Punkte vorab geklärt sind, läuft die Baustelle ohne Zwischenfälle. Wo sie offenbleiben, entscheidet die Vorsicht der Mannschaft darüber, ob etwas passiert. Das ist keine belastbare Grundlage.

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Bei jeder Entkernung in Hannover, die ein Gebäude aus den Jahrzehnten zwischen etwa 1955 und 1995 betrifft, steht diese Frage am Anfang. Nicht als Formalität, sondern weil sie den gesamten Ablauf bestimmt. Wer sie vorab klärt, hat einen planbaren Bauabschnitt. Wer sie überspringt, hat im schlechteren Fall eine stillgelegte Baustelle und eine Etage, die als kontaminiert gilt.

Bodenbeläge sind dabei die Stelle, an der am häufigsten Funde auftreten, weil dort mehrere Schadstoffgruppen zusammenkommen können.

Was unter dem Belag steckt

Ein Fußbodenaufbau aus dieser Zeit besteht meist aus mehreren Schichten, und jede kann ein eigenes Problem darstellen.

Vinyl-Asbest-Platten, häufig als Floor-Flex bezeichnet, wurden bis Anfang der Achtziger verlegt. Es handelt sich um fest gebundenen Asbest in einer Kunststoffmatrix. Die Platten sind quadratisch, meist 25 oder 30 Zentimeter Kantenlänge, oft marmoriert. Sie gelten als fest gebunden, setzen bei Zerstörung aber Fasern frei.

Cushion-Vinyl-Beläge, also Bahnenware mit einer Trägerschicht aus Asbestpappe. Diese Trägerschicht ist schwach gebunden und damit erheblich problematischer als Floor-Flex.

Asbesthaltige Kleber, insbesondere schwarze bitumenähnliche Massen. Häufig unter Floor-Flex verwendet.

Teerhaltige Kleber, erkennbar an schwarzer Färbung und charakteristischem Geruch. Sie enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, deren Leitkomponente Benzo(a)pyren ist. Typisch unter Parkett und Holzpflaster.

Asbesthaltige Spachtelmassen und Ausgleichsmassen, die zur Nivellierung des Untergrunds eingesetzt wurden. Optisch nicht erkennbar, weil sie unter dem Belag liegen und farblich unauffällig sind.

Asbesthaltige Fliesenkleber, im Nassbereich verbreitet.

Der wichtigste Punkt: Keine dieser Substanzen lässt sich mit dem Auge sicher identifizieren. Ein schwarzer Kleber kann teerhaltig, asbesthaltig, beides oder unbelastet sein.

Erkundung

Vor Beginn der Entkernung wird untersucht. Grundlage ist eine Erkundung nach den Grundsätzen der VDI 6202, die den Bestand systematisch erfasst.

Der Ablauf umfasst eine Begehung mit Aufnahme aller Bodenaufbauten, eine gezielte Probenahme an jedem unterschiedlichen Aufbau und die Laboranalytik.

Bei der Probenahme ist der vollständige Aufbau zu erfassen, also Belag, Kleber, Spachtelmasse und gegebenenfalls Estrichoberfläche. Eine Probe, die nur den Belag erfasst, übersieht den asbesthaltigen Kleber darunter.

Die Analytik erfolgt bei Asbest über Polarisationsmikroskopie oder Rasterelektronenmikroskopie mit Elementanalyse, bei PAK gaschromatographisch.

Wesentlich ist die räumliche Auflösung. In einem Gebäude, das über Jahrzehnte abschnittsweise saniert wurde, liegen unterschiedliche Aufbauten nebeneinander. Eine Probe je Etage reicht dann nicht. Beprobt wird jeder erkennbar abweichende Aufbau, und im Zweifel wird eine zusätzliche Probe genommen.

Aus den Ergebnissen entsteht das Schadstoffkataster mit Angabe von Ort, Bauteil, Material, Schadstoff, Konzentration und Fläche. Dieses Kataster ist die Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung, für die Ausschreibung und für die Kalkulation.

Reihenfolge im Bauablauf

Der Grundsatz lautet: Schadstoffsanierung vor allen anderen Rückbauarbeiten, vollständig und abgeschlossen.

Der Grund ist nicht nur der Schutz der Beschäftigten. Werden asbesthaltige Beläge gemeinsam mit dem übrigen Ausbau abgetragen, gilt die gesamte Abbruchmasse als kontaminiert. Aus einigen Quadratmetern Floor-Flex entsteht dann eine Entsorgungssituation, die das gesamte Projekt betrifft.

Praktisch heißt das: Erst wird saniert und freigemessen, dann beginnt die eigentliche Entkernung.

Sanierungsverfahren

Für die Entfernung stehen mehrere Verfahren zur Verfügung, deren Wahl vom Material und von der Fläche abhängt.

Aufnehmen im Ganzen. Floor-Flex-Platten lassen sich häufig geschlossen abheben, insbesondere wenn sich der Kleber gelöst hat. Das ist das emissionsärmste Verfahren, weil keine Zerstörung stattfindet. Die Platten werden verpackt und abtransportiert.

Fräsen mit Direktabsaugung. Für Kleberreste und Spachtelmassen. Eingesetzt werden Bodenfräsen oder Schleifmaschinen mit gekapselter Absaugung, wobei der Entstauber die Anforderungen der Staubklasse H erfüllen muss. Für Großflächen gibt es Maschinen, die entsprechend leistungsfähig sind.

Strahlverfahren. Bei bestimmten Klebersystemen einsetzbar, unter Einhausung und mit Rückgewinnung des Strahlmittels.

Abtrag des gesamten Estrichs. Bei Spachtelmassen, die untrennbar mit dem Estrich verbunden sind, häufig die einzige Lösung. Der Estrich wird dann komplett als schadstoffhaltiger Abfall entsorgt, was die Massen erheblich erhöht.

Alle Verfahren werden emissionsarm ausgeführt. Trockener Abtrag mit hoher Staubfreisetzung ist unzulässig. Die maßgebenden Vorgaben ergeben sich aus der TRGS 519 und den darin benannten emissionsarmen Verfahren.

Abschottung und Unterdruck

Bei Arbeiten mit erhöhter Exposition wird der Bereich abgeschottet.

Die Abschottung wird staubdicht ausgeführt, üblicherweise mehrlagig auf einer Unterkonstruktion. Der Bereich wird über Entstauber unter Unterdruck gehalten, sodass Luft ausschließlich von außen nach innen strömt. Der geforderte Unterdruck liegt bei mindestens 20 Pascal gegenüber der Umgebung.

Der Zugang erfolgt über eine Personenschleuse mit mehreren Kammern einschließlich Dusche, das Material über eine getrennte Materialschleuse nach Abreinigung und Verpackung.

Die erforderliche Luftmenge folgt aus dem Raumvolumen und der geforderten Luftwechselrate:

V̇ = n · V_Raum

Bei einem Raum von 300 Kubikmetern und einer geforderten Rate von vier Luftwechseln je Stunde ergeben sich 1200 Kubikmeter je Stunde. Die tatsächlich anzusetzenden Werte richten sich nach dem Verfahren und sind der einschlägigen Regel zu entnehmen.

Freimessung

Nach Abschluss der Sanierung wird gereinigt, und zwar vollständig. Sämtliche Oberflächen einschließlich Decken, Installationen und Hinterschneidungen werden mit Industriesaugern der Staubklasse H abgesaugt und feucht abgewischt. Häufig wird anschließend ein Restfaserbindemittel aufgebracht.

Erst danach erfolgt die Freimessung durch eine unabhängige, akkreditierte Messstelle.

Gemessen wird nach VDI 3492 mittels Rasterelektronenmikroskopie. Über eine Pumpe wird ein definiertes Luftvolumen durch einen Filter gesaugt, der anschließend im Labor ausgewertet wird. Erfasst werden Partikel, die den Faserkriterien entsprechen, also Länge über fünf Mikrometer, Durchmesser unter drei Mikrometern und ein Längen-Durchmesser-Verhältnis von mindestens drei zu eins. Die Identifizierung erfolgt über die Elementanalyse.

Während der Probenahme wird der Raum aktiviert, also mit Gebläsen aufgewirbelt, damit abgelagerte Fasern erfasst werden. Ohne Aktivierung liefert die Messung systematisch zu niedrige Werte.

Der maßgebende Wert für die Freigabe liegt bei 500 Fasern je Kubikmeter Luft. Wird er unterschritten, erfolgt die schriftliche Freigabe, und Abschottung und Unterdruckhaltung können zurückgebaut werden.

Wird er überschritten, bleibt alles bestehen. Der Bereich wird erneut gereinigt, die Ursache gesucht und erneut gemessen.

Zeitliche Auswirkung

Zwischen dem Ende der Reinigung und der schriftlichen Freigabe vergehen je nach Probenahmedauer und Laborkapazität mehrere Tage. In dieser Zeit kann im Bereich nicht gearbeitet werden.

Diese Wartezeit gehört in den Terminplan. Bei geschossweiser Abwicklung lässt sie sich überbrücken, weil parallel in freigegebenen Etagen weitergearbeitet wird. Bei einer einzelnen Fläche ist sie reiner Stillstand.

Dokumentation

Zum Abschluss gehören Arbeitsplan, behördliche Anzeige, Beschäftigungsverzeichnis, Entsorgungsnachweise für die schadstoffhaltigen Abfälle und die Freimessprotokolle.

Diese Unterlagen übergeben wir gebündelt. Sie werden bei der Bauabnahme gebraucht, bei der Finanzierung, bei einem späteren Verkauf und bei jeder Frage danach, in welchem Zustand das Gebäude übernommen wurde.

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Ein erheblicher Teil unserer Entkernungen in Hannover findet nicht in leerstehenden Gebäuden statt. Im Erdgeschoss läuft ein Laden weiter, im dritten Obergeschoss wohnen Mieter, deren Verträge noch laufen, oder eine Praxis arbeitet nebenan. Aus einer Rückbauleistung wird damit eine Aufgabe, bei der die Abgrenzung wichtiger ist als der Rückbau selbst.

Wer eine Etage entkernt, produziert Staub in Größenordnungen, die sich schwer vorstellen lassen. Wenn dieser Staub im Nachbarbereich ankommt, ist der Schaden größer als die gesamte Leistung wert.

Was Staub bei Entkernungen ausmacht

Beim Abtragen von Putz, Estrich und Mauerwerk entstehen mineralische Stäube in einem breiten Korngrößenspektrum. Die groben Anteile sedimentieren schnell, die feinen bleiben stundenlang in der Schwebe und folgen jeder Luftbewegung.

Relevant ist dabei besonders der alveolengängige Anteil, also Partikel unter etwa vier Mikrometern. Bei quarzhaltigen Materialien, und mineralische Baustoffe sind praktisch immer quarzhaltig, ist dieser Anteil als krebserzeugend eingestuft. Die maßgebenden Beurteilungsmaßstäbe ergeben sich aus der TRGS 900 und der TRGS 559.

Für die Nachbarn ist zunächst weniger die Toxikologie das Problem als die schlichte Menge. Feiner Staub, der sich über Wohnungseinrichtung, Warenbestand oder medizinische Geräte legt, verursacht Reinigungsaufwand, Reklamationen und im Gewerbebereich Betriebsunterbrechungen.

Aufbau der Abschottung

Die Abschottung trennt den Arbeitsbereich vom weiter genutzten Bereich. Ausgeführt wird sie je nach Anforderung in unterschiedlicher Qualität.

Einfache Staubschutzwände aus Folie auf einer Lattenkonstruktion oder aus Klemmsystemen mit Teleskopstangen. Geeignet für kurze Einsätze mit geringer Staubentwicklung.

Mehrlagige Systeme mit Folie auf beidseitig beplankter Unterkonstruktion. Bei längeren Bauzeiten und höheren Anforderungen. Die Fugen werden verklebt, Anschlüsse an Boden, Wand und Decke mit Dichtband ausgeführt.

Massive Abschottungen aus Trockenbau mit dichten Anschlüssen, wo die Trennung über Monate bestehen bleibt oder Brandschutzanforderungen hinzukommen.

Wesentlich ist nicht die Fläche, sondern die Anschlüsse. Eine tadellos verklebte Folienwand nützt nichts, wenn daneben eine Rohrdurchführung offen bleibt. Die Erfahrung zeigt, dass Luft ihren Weg zuverlässig findet, und zwar dort, wo niemand hingesehen hat: an Installationsschächten, Kabeldurchführungen, Lüftungskanälen, Aufzugsschächten, Zwischendecken und an den Fugen zwischen Estrich und aufgehender Wand.

Deshalb gehört zur Vorbereitung eine systematische Suche nach Verbindungen zwischen Arbeits- und Nutzbereich. Bei Bestandsgebäuden finden sich dabei regelmäßig Wege, die auf keinem Plan stehen.

Die Schleuse

Der Zugang erfolgt nicht durch eine Tür in der Abschottung, sondern über eine Schleuse mit mindestens zwei hintereinanderliegenden Kammern.

Der Gedanke dahinter: Zu keinem Zeitpunkt besteht eine offene Verbindung zwischen beiden Bereichen. Wer eintritt, öffnet die erste Tür, schließt sie, und öffnet erst dann die zweite.

In der Schleuse werden Straßenkleidung und Schutzkleidung getrennt, Werkzeug abgereinigt und Material umgeladen. Bei Schadstoffsanierungen kommen weitere Kammern und eine Dusche hinzu, aber auch bei reiner Staubabschottung ist die zweikammrige Ausführung der Standard.

Für Material wird eine getrennte Schleuse eingerichtet, weil der Materialverkehr sonst die Personenschleuse blockiert und die Türen dauerhaft offen stehen.

Unterdruckhaltung

Eine Abschottung allein ist nie vollständig dicht. Die Undichtigkeiten lassen sich beherrschen, indem der Arbeitsbereich unter Unterdruck gesetzt wird. Dann strömt Luft ausschließlich von außen nach innen, und Staub kann den Bereich nicht verlassen.

Erreicht wird das über Entstauber oder Unterdruckhaltegeräte, die Luft aus dem Arbeitsbereich absaugen, filtern und nach außen abführen.

Der erforderliche Unterdruck liegt bei Schadstoffsanierungen bei mindestens 20 Pascal gegenüber der Umgebung. Bei reiner Staubabschottung wird häufig mit geringeren Werten gearbeitet, wobei die Wirksamkeit über eine Sichtprüfung an den Schleusenfolien beurteilt wird: Wölben sich die Folien nach innen, steht der Bereich unter Unterdruck.

Die erforderliche Luftmenge ergibt sich aus zwei Anforderungen. Zum einen muss durch sämtliche Leckagen ausreichend Luft nachströmen, damit der Unterdruck gehalten wird. Zum anderen ist eine Mindestluftwechselrate einzuhalten.

Die Volumenstromberechnung folgt

V̇ = n · V_Raum

mit n als Luftwechselrate je Stunde und V_Raum als Raumvolumen.

Ein Beispiel: Eine Etage von 400 Quadratmetern mit 2,8 Metern lichter Höhe hat ein Volumen von 1120 Kubikmetern. Bei einer geforderten Rate von vier Luftwechseln je Stunde ergibt sich ein Volumenstrom von

V̇ = 4 · 1120 = 4480 m³/h

Bei einer Rate von zehn Luftwechseln entsprechend 11.200 Kubikmeter je Stunde. Die anzusetzende Rate richtet sich nach dem Verfahren und der Staubentwicklung und ist der einschlägigen Regel zu entnehmen.

Zu beachten ist, dass Geräteangaben sich auf den freien Volumenstrom beziehen. Mit angeschlossenem Schlauch, verlegten Leitungen und zunehmend beladenem Filter sinkt die tatsächliche Leistung deutlich. Bei der Auslegung wird deshalb ein Zuschlag angesetzt, und die Geräte werden während des Betriebs überwacht.

Filterstufen

Die abgesaugte Luft wird gefiltert, bevor sie ins Freie gelangt. Der Aufbau erfolgt mehrstufig, weil eine einzelne Feinfilterstufe innerhalb kurzer Zeit zusetzen würde.

Vorabscheidung. Grobe Partikel werden mechanisch abgeschieden, etwa über Zyklonabscheider oder Grobfilter. Diese Stufe schützt die nachfolgenden Filter und verlängert deren Standzeit erheblich.

Hauptfilter. Ein Filter mittlerer Abscheideleistung nimmt den Hauptteil der Staubfracht auf.

Feinfilter. Die letzte Stufe erfüllt die Anforderungen der Staubklasse H beziehungsweise entsprechender Schwebstofffilterklassen. Sie stellt sicher, dass die abgeführte Luft keine relevanten Partikelmengen mehr enthält.

Die Filter werden überwacht. Steigt der Differenzdruck über den zulässigen Wert, sinkt der Volumenstrom, und die Unterdruckhaltung wird unwirksam. Moderne Geräte zeigen das an, andernfalls wird über eine Differenzdruckmessung kontrolliert.

Der Filterwechsel erfolgt im Arbeitsbereich unter Schutzmaßnahmen, weil das beladene Filtermaterial die gesamte abgeschiedene Staubmenge enthält.

Wo die Abluft hingeht

Ein Punkt, der bei innerstädtischen Objekten regelmäßig zu Diskussionen führt: Die gefilterte Abluft muss irgendwo austreten.

Geführt wird sie über Schlauchleitungen ins Freie, üblicherweise über ein Fenster oder eine vorbereitete Öffnung. Zu beachten ist dabei die Lage der Austrittsöffnung im Verhältnis zu Fenstern der Nachbarschaft, Lüftungsansaugungen und Aufenthaltsbereichen.

Bei Schadstoffsanierungen ist eine Rückführung der Luft in den Arbeitsbereich nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig und bei krebserzeugenden Stoffen grundsätzlich ausgeschlossen.

Weitere Maßnahmen

Neben Abschottung und Unterdruck wirken mehrere Maßnahmen an der Quelle.

Erfassung am Werkzeug. Fräsen, Schleifer, Bohrhämmer und Trennschleifer werden mit Absaugung betrieben. Das reduziert die Staubfreisetzung an der Entstehungsstelle und entlastet die Raumluft erheblich.

Feuchtbindung. Wo Absaugung nicht möglich ist, wird mit Wasser gearbeitet. Bei Entkernungen im Innenbereich ist das allerdings nur begrenzt einsetzbar, weil das Wasser in die Konstruktion läuft und in tieferliegende, weiter genutzte Bereiche gelangen kann.

Reinigung. Regelmäßiges Absaugen des Arbeitsbereichs während der Arbeiten hält die Staubfracht niedrig. Kehren mit dem Besen wirbelt auf und ist unzulässig.

Materialtransport. Schutt wird in geschlossenen Behältern oder verpackt transportiert, nicht offen über Treppenhäuser, die von Bewohnern genutzt werden.

Abstimmung mit den Nutzern

Der technische Aufwand allein reicht nicht. Bei Entkernungen im bewohnten Objekt gehört die Kommunikation dazu.

Bewohner und Gewerbetreibende werden vorab informiert, welche Arbeiten wann stattfinden, wo laut gearbeitet wird und wie lange die Beeinträchtigung dauert. Ein Aushang und ein Ansprechpartner vor Ort ersparen erfahrungsgemäß mehr Ärger als jede zusätzliche Folienlage.

Zugänge, Treppenhäuser und Aufzüge werden abgestimmt und, wo sie gemeinsam genutzt werden, geschützt und regelmäßig gereinigt.

Bei empfindlichen Nutzungen, etwa Arztpraxen, Laboren oder Lebensmittelbetrieben, sind zusätzliche Abstimmungen erforderlich, teilweise mit Arbeitszeiten außerhalb der Betriebszeiten.


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Bei einer Entkernung in Hannover ist die Logistik häufig die schwierigere Aufgabe als der Rückbau selbst. In der Nordstadt, in Linden oder in der Innenstadt steht das Gebäude an der Grundstücksgrenze, davor liegt Gehweg, dahinter ein Innenhof mit einer Zufahrt, durch die ein Absetzkipper gerade so passt. Für fünf Container ist dort kein Platz, und trotzdem gilt die Trennpflicht.

Wer die Mengen vorher kennt, kann planen. Wer sie schätzt, stellt am zweiten Tag fest, dass die Container voll sind und die Mannschaft wartet.

Warum die Menge überrascht

Aus einem leergeräumten Raum kommt mehr heraus, als man ihm ansieht. Der Grund liegt in den Schichtdicken, die im Aufbau verschwinden.

Ein Zementestrich von fünf Zentimetern Dicke wiegt je Quadratmeter rund 110 Kilogramm. Bei einer Wohnung von achtzig Quadratmetern sind das knapp neun Tonnen allein für den Estrich, ohne Dämmung, ohne Belag.

Gipsputz mit anderthalb Zentimetern Dicke schlägt mit etwa 20 Kilogramm je Quadratmeter Wandfläche zu Buche. Bei einer Wohnung mit rund 250 Quadratmetern Wandfläche also fünf Tonnen.

Eine Trennwand aus Gipsdielen mit acht Zentimetern Dicke wiegt rund 80 Kilogramm je Quadratmeter Wandfläche.

Für eine Dreizimmerwohnung im Bestand summiert sich das schnell auf fünfzehn bis zwanzig Tonnen. Bei einem Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen sind es zweihundert Tonnen und mehr.

Systematische Mengenermittlung

Die Abschätzung erfolgt nicht über Erfahrungswerte je Quadratmeter, sondern bauteilbezogen. Grundlage sind die Grundrisse und die Bestandsaufnahme der Aufbauten.

Für jedes Bauteil werden Fläche, Dicke und Rohdichte erfasst, und daraus folgt die Masse:

m = A · d · ρ

Typische Rohdichten: Zementestrich rund 2200 kg/m³, Anhydritestrich rund 2100 kg/m³, Gipsputz rund 1300 kg/m³, Kalkzementputz rund 1800 kg/m³, Gipskarton rund 750 kg/m³, Gipsdielen rund 1000 kg/m³, Mineralwolle 20 bis 100 kg/m³ je nach Typ, Mauerwerk je nach Stein zwischen 800 und 2000 kg/m³.

Zusätzlich werden die Bauteile erfasst, die sich nicht flächig rechnen lassen: Türen und Zargen, Sanitärobjekte, Heizkörper, Küchen, Einbauschränke, Leitungen, Kabeltrassen und bei Gewerbeobjekten die technische Ausrüstung.

Aus dieser Aufstellung entsteht eine Massenbilanz nach Fraktionen. Sie ist die Grundlage für Kalkulation, Containerplanung und Entsorgungsanmeldung.

Beispielhafte Verteilung

Für ein Wohngebäude der Sechzigerjahre mit einer Gesamtmasse von rund 200 Tonnen ergibt sich eine Verteilung in dieser Größenordnung:

Mineralische Fraktion aus Estrich, Putz und Mauerwerk: der weit überwiegende Anteil, häufig siebzig bis achtzig Prozent der Masse.

Gipshaltige Abfälle, sofern Anhydritestrich und Gipsputz getrennt erfasst werden: je nach Bauweise ein erheblicher Anteil der mineralischen Masse.

Holz aus Türen, Zargen, Einbauten und Bodenbelägen: fünf bis zehn Prozent.

Metalle aus Heizkörpern, Leitungen, Zargen und Kabeln: zwei bis fünf Prozent der Masse, aber der einzige Strom mit Erlös.

Dämmstoffe: geringe Masse, aber erhebliches Volumen.

Kunststoffe und Restmüll: wenige Prozent.

Schadstoffhaltige Abfälle: nach Befund.

Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen Masse und Volumen. Dämmstoffe machen kaum Masse aus, füllen aber Container. Für die Logistik ist deshalb beides zu betrachten.

Von der Masse zum Container

Die Umrechnung erfolgt über die Schüttdichte im Container, die deutlich unter der Materialdichte liegt, weil Hohlräume entstehen.

Anhaltswerte: gemischter Bauschutt rund 1,2 bis 1,4 t/m³, Betonbruch etwa 1,4 bis 1,6 t/m³, Altholz rund 0,25 bis 0,35 t/m³, Mineralwolle unter 0,1 t/m³, Mischabfall rund 0,15 bis 0,25 t/m³.

Ein Beispiel: 150 Tonnen mineralisches Material bei einer Schüttdichte von 1,3 t/m³ ergeben rund 115 Kubikmeter Containervolumen. Bei einem Absetzcontainer mit sieben Kubikmetern Fassungsvermögen entspricht das etwa 16 Containern.

Zu beachten ist die Gewichtsgrenze. Ein Absetzcontainer von sieben Kubikmetern wäre mit mineralischem Material bei rund neun Tonnen beladen, was für viele Absetzkipper an der Nutzlastgrenze liegt. Bei schwerem Material werden deshalb kleinere Container eingesetzt oder nur teilbefüllt.

Umgekehrt bei Dämmstoffen: Ein Abrollcontainer mit zwanzig Kubikmetern nimmt bei einer Schüttdichte von 0,08 t/m³ gerade 1,6 Tonnen auf. Hier ist das Volumen begrenzend, nicht das Gewicht.

Logistik ohne Aufstellfläche

Steht am Gebäude kein Platz zur Verfügung, kommen mehrere Ansätze in Betracht, meist in Kombination.

Taktweise Sammlung nach Fraktionen. Statt alle Container gleichzeitig aufzustellen, wird der Rückbau nach Materialien gegliedert. In der ersten Phase kommen Türen, Einbauten und Holz raus, dabei steht ein Holzcontainer. Danach Sanitär und Metall. Anschließend Beläge und Estriche mit dem Container für mineralisches Material. Zuletzt die Trennwände. Das verlangt Disziplin im Ablauf, löst das Platzproblem aber vollständig und erfüllt die Trennpflicht.

Sortierung im Gebäude. Auf jeder Etage wird nach Fraktionen vorsortiert und in Behältern gesammelt. Abgefördert wird dann gebündelt, wenn der passende Container steht.

Big Bags für Kleinmengen. Fraktionen mit geringem Aufkommen werden in Bags gesammelt, die wenig Fläche brauchen und gesammelt abgefahren werden.

Ein Standplatz mit hoher Wechselfrequenz. Auf einem einzigen Stellplatz wird im Tagestakt gewechselt. Erfordert eine verlässliche Abstimmung mit dem Entsorger, weil ein ausbleibender Wechsel die Baustelle stoppt.

Zwischenlagerfläche außerhalb. Wo in der Nähe eine geeignete Fläche verfügbar ist, kann dort gesammelt werden, sofern die Zwischenlagerung genehmigungsrechtlich abgedeckt ist.

Abförderung aus den Geschossen

Das Material muss zunächst nach unten. Dafür stehen mehrere Wege zur Verfügung.

Schuttrutschen aus verketteten Rohrelementen, geführt aus einem Fenster in den Container. Wirksam, schnell und staubintensiv, weshalb ein Absaugsystem oder eine Einhausung am Auslauf gehört. Zusätzlich ist der Bereich am Fuß abzusperren.

Bauaufzüge für Material, das nicht geworfen werden kann, etwa Türen, Heizkörper oder Sanitärobjekte.

Innenaufzüge, sofern vorhanden und für Baustellenbetrieb freigegeben. Der Aufzug wird dann geschützt, und die Tragfähigkeit ist zu beachten.

Treppenhaus mit Behältern. Personalintensiv, aber bei kleineren Mengen und in bewohnten Objekten oft der einzige Weg. Das Treppenhaus wird geschützt und regelmäßig gereinigt.

Für jeden dieser Wege gilt, dass die Belastung der Geschossdecken zu beachten ist, wenn Material vor der Abförderung zwischengelagert wird.

Genehmigungen und Anmeldungen

Bei Containeraufstellung im öffentlichen Raum sind Sondernutzungserlaubnis und gegebenenfalls Halteverbotszone erforderlich. Die Beantragung braucht Vorlauf, und die Zonen müssen rechtzeitig eingerichtet werden, damit am Montagmorgen nicht der Stellplatz belegt ist.

Bei Schuttrutschen, die über den Gehweg reichen, kommen Absicherung und gegebenenfalls Gehwegumleitung hinzu.

Diese Punkte werden vorab geklärt und in die Terminplanung aufgenommen. Sie sind bei innerstädtischen Entkernungen regelmäßig der Grund für Verzögerungen, und zwar nicht wegen der Bearbeitungsdauer, sondern weil sie schlicht vergessen wurden.